Nur im Falle der AFD heißt es seit 13 Jahren, dass deren Wähler sich nicht wirklich zu dieser rechtsextremistischen Partei bekennen, sondern nur eine allgemein enttäuschte, vernachlässigte und mutlose Klientel seien - so genannte Protest-Wähler. Gegner des demokratischen Rechtstaates seien nur die politischen Köpfe der AFD, aber nicht die Parteimitglieder in den deutschen Communities und nicht die Scharen der AFD-Wähler in der Nachbarschaft.

Den Wähler aller anderen Parteien außer der AFD wird unterstellt, dass sie ihr Wahlkreuz wegen einer gewissen Überzeugung, aus einer gebildeten Meinung heraus machen. Oder auch wegen eines politisch-taktisch motivierten Wechselwählerverhaltens. Nur die AFD-Wähler gelten demgegenüber als eine Art launige Lachse, denen im Gewässer der demokratisch-rechtstaatlichen Institutionen lediglich der innere Kompass etwas störanfällig geworden ist. Ach was – ich wähle zwar AFD, aber ich bekenne mich doch nicht zu den politischen Inhalten und Zielen dieser Partei.

Nun gut. Ein navigationsgestörtes Irrläufertum mag einst, als Lutz Bachmann ab Oktober 2014 mit seinem PEGIDA-Verein in Dresden per Megaphon die Deutschen vor der Islamisierung warnte, noch nachvollziehbar gewesen sein. Damals war’s.
Im April 2013 hatte Bernd Lucke auf dem Gründungsparteitag der AFD noch kein Ohr für die PEGIDA-Bewegung. Der AFD-Gründungs-Gefährte Alexander Gauland, einstmals CDU-Mitglied, schon eher.

In der noch jungen AFD scheiterte ihr Mitbegründer Lucke als Euro-, Europa- und Wirtschaftskritiker gegenüber der Politik unter Angela Merkel frühzeitig. Dennoch zog Bernd Lucke 2014 auf dem AFD-Ticket als deutscher Abgeordneter ins Europäische Parlament ein. Seine Nachfolgerin an der Spitze der AFD, Frauke Petry, unter der sich die AFD bereits im Bereich Migrationspolitik zu radikalisieren begann, scheiterte 2017 ebenfalls. Alexander Gauland blieb in der AFD führend aktiv. Als der Strippenzieher, zusammen mit Jörg Meuthen als AFD-Moderator zwischen Radikalisierung am rechten Rand und Orientierung in die konservative Mitte hinein.
2013 trat die AFD – damals nahezu wie aus dem Nichts kommend (ähnlich wie 2024 / 2025 das BSW) erstmalig zu einer Bundestagswahl an und verfehlte die 5-Prozent-Hürde knapp mit 4,7 %. Vier Jahre später bei der Bundestagswahl 2017 erzielte die AFD bereits 12,6 % und wurde deutlich vor den GRÜNEN (8,9 %), der LINKEN (9,2 %) und der FDP (10,7 %)  drittstärkste Kraft im deutschen Bundestag.

Keiner neu gegründeten Partei war es in der deutschen Nachkriegsgeschichte bis dahin gelungen, nach gut vier Jahren ab Partei-Gründung, im zweiten Antritt bei einer Bundestagswahl, ein derart hohes Ergebnis zu erzielen, wie der AfD. Kein Wunder also, dass sich der alte Spin-Doktor Alexander Gauland am Wahlabend der Bundestagswahl 2017 vor den Mikrophonen mit diesen Worten äußerte – „Wir werden sie jagen“. Gemeint war das personifizierte „Sie“ der damals regierenden Bundeskanzlerin Angela Merkel und das kleingeschriebene „sie“ galt den „Alt-Parteien“, vorrangig CDU / CSU.

Jörg Meuthen verließ die AFD im Zuge der Jahre 2022 / 2023 im Zwist um die Richtungsbestimmung der Partei. Alexander Gauland zog seine Kreise weiterhin.
Mit Zuckerbrot und Peitsche parteiintern und mit radikal provozierenden Statements, wie z.B. – „Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1.000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte". Was dann Alice Weidel im Wahlkampf 2025 später dazu beflügelt haben möge noch eins drauf zu legen und wegen „erfolgreicher deutscher Geschichte“ bezüglich Adolf Hitler festzustellen – „Er war ein Kommunist und sah sich selbst als Sozialisten.“ Weidel’s wirre Welt gesellte sich zu Gaulands Geschichtsklitterung.

Auf Steve Bannons Spuren

Gauland, der Grand Senieur der AFD, hat sie alle groß gemacht, die ins demokratisch-rechtstaatliche Störenfried-Konzept passen. Es ist dies ein Konzept, dass ein anderer Spin-Doktor schon lange zuvor erdacht hatte - Steve Bannon.
Im Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung sagte Steve Bannon im Mai 2019 vor dem Hintergrund der Europawahl 2019 – „Die Nationalisten werden zusammenarbeiten. Durch die Vernetzung wird etwas möglich sein, was ich command by negation nenne. Du kannst deinen Willen nicht durchsetzen, weil du keine Mehrheit hast, aber du kannst Dinge blockieren. Dadurch verändert sich die Situation grundlegend.“
KEYCON MEDIA kann das komplette NZZ-Interview zum Lesen nur empfehlen (falls unter nachfolgendem Link noch verfügbar >).

Beim Begriff command by negation – Befehl durch Negierung - handelt es sich um ein militärisch-operatives Handlungskonzept (ursprünglich im Marine-Wesen). Es besagt innerhalb der Hierarchie von Befehlsketten, dass ein untergeordneter Offizier im Gefechts- oder Kampfgeschehen eine eigenständige Befehlsgewalt ausüben kann, die den Befehlen seiner übergeordneten, vorgesetzten Offiziere widerspricht oder diese ignoriert – weil er vor Ort im Geschehen die Lage besser einschätzen kann. Dies ist dann keine Befehlsverweigerung, sondern eine Art Befehlskorrektur infolge einer veränderten Kampflage auf dem Schlachtfeld. Seine vorgesetzten Offiziere oder Generäle können ihm zwar trotzdem eigenmächtiges Handeln immer noch untersagen, aber das Handeln des Offiziers vor Ort auch als override (überschreiben) der übergeordneten Befehlsgewalt dulden.

Derartige Strukturen gehören seit längeren Jahrzehnten zum Führungskonzept innerhalb moderner Armeen. Zu Armeen im Kampf wohlgemerkt und nicht zum „kämpferischen“ Geschehen in den „Schützengräben“ von Parteien auf dem politischen „Schlachtfeld“.
Um hier nochmals Steve Bannon zu zitieren, „Du kannst deinen Willen nicht durchsetzen, weil du keine Mehrheit hast, aber du kannst Dinge blockieren. Dadurch verändert sich die Situation grundlegend.“

Das rechte Lager am äußersten Rand, es strebt in erster Linie nicht nach regierungspolitischer Führung, sondern nach Paralyse – nach Lähmung des demokratisch-rechtstaatlich bestehenden Systems. Um im Bannon-Kontext zu bleiben – man weiß, dass man die politische Führung im etablierten Demokratie-System nicht (zumindest mittelfristig über längere Jahre hinweg) zu Fall bringen kann – muss man auch nicht. Es genügt unten an der Basis, unter den „Truppen“, Zwist zu sähen, Zweifel zu fördern, Missmut und Ängste zu schüren sowie das demokratische System in seinem Bestand in Frage zu stellen, ohne es oben an der Führungsspitze zu bekämpfen.

Words don't come easy

Dabei spielt auch das so genannte wording eine wichtige Rolle. Alternative für Deutschland. Ursprünglich starteten die Gründer Bernd Lucke, Alexander Gauland und Bernd Adam bereits im Ende 2012 – Hans-Olaf Henkel gesellte sich etwas später hinzu – als vereinsartige Bewegung mit dem Namen „Wahlalternative 2013“. Auf dem Gründungsparteitag im Februar 2013 gab man sich dann den Parteinamen „Alternative für Deutschland“. Der Alternativ-Aspekt im Parteinamen referierte damals vorrangig an Formulierungen der Kanzlerin Angela Merkel in den Jahren 2009 und 2010, in denen sie Maßnahmen ihrer Politik mehrfach als „alternativlos“ beschrieb. Insbesondere in ihrer Regierungserklärung im Mai 2010, als sie die finanzpolitischen Maßnahmen unter dem Stichwort „Banken- und Eurorettung“ in Bezug auf Griechenland mit den Worten beschrieb, „Die zu beschließenden Hilfen für Griechenland sind alternativlos, um die Finanzstabilität des Euro-Gebietes zu sichern.“

In der frühen Phase der AFD bezog man sich im Zuge wirtschafts- und finanzpolitischer Kritik an der Merkel-Regierung stets auf dieses wording der „Alternativlosigkeit“ und unterstrich dabei, dass man als politische Partei eben genau eine bzw. die Alternative zum herrschenden Parteiensystem und zur Merkel-Regierung darstellt. Für Deutschland und für die Deutschen. Allgemein europakritische Haltungen schon damals zum Programm der AFD und präzisierten sich dann im Zuge von nur wenigen Jahren auch zu einer kritischen und ablehnenden Haltung gegenüber der deutschen und europäischen Asyl-, Einwanderungs-, Migrations- und Integrationspolitik. Der „rechte Flügel“ rund um Björn Höcke begann ab März 2015 bis zum AFD-Bundesparteitag im April / Mai 2016 die Oberhand zu gewinnen. Bis dahin konnte man in der AFD noch nicht wissen, dass man unverhoffte Schützenhilfe in Sachen „alternativ“ als Kampfbegriff bekommen würde.

Alternative facts

In der us-amerikanischen TV-Sendung „Meet The Press“ ging es nach der Amtseinführung von Donald Trump im Januar 2017 um die Anzahl der Zuschauerzahlen bei der damaligen Veranstaltung zur Amtseinführung Trumps. Diese waren deutlich geringer als erwartet und gaben in der medialen Berichterstattung ein Bild ab, dass eher auf gedämpften Enthusiasmus und verhaltene Unterstützung des Volkes für den neu gewählten Präsidenten schließen lies. Um diesem Bild entgegenzuwirken, setzten die Republikaner überhöhte Zuschauerzahlen in die Welt, unterfüttert mit einer manipulierten Bild-Berichterstattung. Dies führte dann in der TV-Sendung zu heftigen Streitereien unter den beteiligten Gästen. Von Manipulation, gar Fälschung und Verbreitung der Unwahrheit war die Rede. Die wahren Fakten bezüglich der Amtseinführungsveranstaltung stellten sich anders dar, als von Akteuren im Trump-Umfeld behauptet.

Hier schlug nun die mediale Stunde von Kellyanne Conway, damalige Wahlkampfmanagerin von Donald Trump. In der TV-Sendung erklärte sie, dass es sich bei der medialen Darstellung der Republikanern bezüglich des Geschehens rund um die Veranstaltung zur Amtseinführung von Donald Trump keineswegs um verzerrte Fakten oder Fälschungen handele, sondern um alternative facts – um alternative Fakten. Genialer kann man das, was bisher Lüge genannt wurde, nicht auf den Thron der Wahrheit setzen.

Seit dem Januar 2017 erhitzte der Conway-Begriff von den alternative facts nicht nur die us-amerikanischen Gemüter im politischen Diskurs, sondern der Begriff ging fortan ins Vokabular aller politischen Auseinandersetzungen weltweit ein. Es gibt seit dem keine fake news mehr, sondern eben nur alternative Fakten. Wir erinnern uns z.B. an die drei Jahre Covid-19 Pandemie mit den vehementen Debatten um das Virus herum. Mindestens die Hälfte all dessen, was dabei als Neuigkeit, Erkenntnis, Recht und Wissen zu Tage gefördert wurde, war verschwörungstheoretisch praktizierter Verschwurbelungs-Schwachsinn, hat sich jedoch bis heute nicht als solcher erledigt, sondern geistert vielfach als alternative Faktenlage weiterhin in den Hirnen herum. Insbesondere in der AFD aber auch im BSW und in Teilen der LINKEN.

In Sachsen-Anhalt sind sich Anfang Oktober 2026 AFD und BSW einig geworden, einen Untersuchungsausschuss zu etablieren, um das staatlich-behördliche Handeln während der Pandemie-Jahre „aufzuarbeiten“. Es darf vermutet werden, dass dies „Aufarbeiten“ nur dazu dienen soll, mit herangezogenen „alternativen Fakten“ den Spaltpilz in der Gesellschaft durch Negieren der klaren Faktenlagen weiter zum Wachsen zu bringen.

Die Formel im „Kampf“ gegen das bestehende, etablierte System ist relativ simpel. Gegenwärtige gesellschaftliche Probleme und Krisen-Szenarien werden nicht lösungsorientiert angepackt, sondern den aktuell Regierenden sowie diversen gesellschaftlichen Akteuren gegenüber, möglichst dramatisierend als Totalversagen angekreidet. Schaut her – das Volk wird hinter die Fichte geführt. Von den „Altparteien“, vom „Establishment“, von „links-woken Spinnern“, von „kulturfremden Minus-Deutschen“ und von „Kriegstreibern“. Sie alle haben sich wiederrechtlich des Landes bemächtigt – doch wir, die AFD, wir geben dem Volk das Land zurück. Wählt uns und alles wird wieder gut. Alles ist möglich. Alternative aller Länder vereinigt euch. Auf in den Kampf. Jetzt zieht mit uns die neue Zeit.

Das die anderen Parteien gegenüber der AFD eine „Brandmauer“ aufgebaut haben, stört die Rechtsextremisten wenig. Ganz im Gegenteil, es gefällt der AFD je größer das Feuer an der „Brandmauern“ lodert. Denn je intensiver das demokratisch-rechtstaatliche System damit beschäftigt ist, an all seinen Ecken und Enden sowie inzwischen auch in seiner Mitte, ständig intensive Löscharbeiten durchzuführen, um sich den vielfach zitierten Anfängen zu erwehren, um so intensiver und erfolgreicher zündelt die AFD an und um die „Brandmauer“ herum und fackelt sie am Ende ab.

Kein großer Flächenbrand seit 2013 – nein – Schritt um Schritt hier ein Brandherd, dort ein nächster. Langsam frisst sich das feindliche Feuer über die Gärten und Felder in die Dörfer, Gemeinden und Städte sowie die dort angesiedelten Gemeinderäte und Parlamente.

Aktuell hat die AFD die Anzahl ihrer Abgeordneten im 21. Deutschen Bundestag per Wähler-Votum auf 152 Personen fast verdoppelt (76 waren es zuvor im 20. Deutschen Bundestag). Aktuell Anfang Oktober 2026 steht sie in Umfragen mit durchschnittlich 28 % (seit 2021 mit kontinuierlich gewachsenen Zustimmungswerten) weit vor der CDU (20 %). 

An der "Branndmauer"

Wann war denn der Anfang zum Erwehren? 2013, 2014, 2017, 2021 oder im Januar 2025, da Friedrich Merz mal kurz – frei nach Goethe - von jener Kraft, die stets das Gute will und dabei stets das Böse schafft, heimgesucht wurde.
Nachdem der Entschließungsantrag der CDU / CSU zur Migrationspolitik (Umsetzung eines verschärften 5-Punkte-Planes) mit 75 AFD-Stimmen angenommen wurde, äußerte sich Friedrich Merz direkt danach mit den Worten – „Wenn es hier heute eine solche Mehrheit gegeben hat, dann bedauere ich das". Ein schmallippiges „Mimimi“ des Kanzlers. Was Goethe bereits ahnte und Adorno noch nicht wusste - es gibt tatsächlich auch das Falsche im Richtigen.

Jene Jagd, wie sie 2017 mit dem Gauland-Halali angeblasen wurde, hatte rund acht Jahre später, am Wahlabend der Bundestagswahl 2025 reichlich neue Beute gemacht. Bei einer enorm hohen Wahlbeteiligung (mit 82,5 % die höchste seit der deutschen Einheit-Wahl 1990) sah sich jede fünfte wählende Person, dazu veranlasst, der AFD ihre Stimme zu geben. 10.327.148 (10,3 Mio.) deutsche Wahlberechtigte haben 2025 auf der Bundesebene die AFD gewählt.
Im gesamten Ostteil der Republik ist die AFD Volkspartei Nummer Eins geworden. Im westlichen Bundesland Baden-Württemberg wurde sie bei der Landtagswahl im März 2026 mit 18,8 % drittstärkste Partei.

In Sachsen-Anhalt stellt die AFD seit dem 06. 10. 2026 den Landtagspräsidenten sowie einen Vize-Präsidenten. Das der dortige Wahlsieger Ulrich Siegmund irgendwann zwischen dem Nikolaustag und Heiligabend 2026 aus den Reihen der „gesichert rechtsextremistischen“ AFD mit großer Wahrscheinlichkeit zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt gewählt werden wird, kann mittlerweile niemanden mehr die Sorgenfalten ins Gesicht treiben. Denn seit rund 10 Jahren runzelt das politische Deutschland die Stirn über den Aufstieg der deutschen Rechtsextremen und ergießt sich dabei seit ca. vier Jahren in einer Debatte um ein bundesweites AFD-Verbotsverfahren, ohne bisher konkrete Maßnahmen einzuleiten. Man lernt mit der AFD zu leben, statt sie aus dem gesellschaftspolitischen Leben zu drängen.

Im Ausland glaubt kaum jemand mehr, dass die deutschen Wahlzettel-Ankreuzer nur pointierte Protestwähler sind, die wegen eines spontanen „Glitsching“ auf dem Wahlzettel – uhps, kurz mal ausgerutscht – die AFD wählen. Sogar eine Vielzahl von europäischen Right-Wing- und L’extrême Droit-Bewegungen und Parteien will mittlerweile mit der deutsch-extremen Rechtsaußenpartei nichts mehr am Hut haben. Klischees und Vorurteile hin oder her - aus internationaler Sicht lebt das "böse" Deutschland wieder auf.

Die seit ca. 2021 stetig wachsenden Zustimmungswerte der Deutschen zu Gunsten der AFD auf Bundes-, Länder- und Kommunalebene sind kein modisches Zeitgeist-Phänomen eines populistischen Protestwählerpotentials mehr, sondern volkssouveräner Ausdruck deutscher Wähler, die „vom Willen beseelt“ sind, den Verheißungen von Weidel, Chrupalla, Höcke, Siegmund, Baumann, Frohmaier, von Storch, Tillschneider und Co. zu folgen – und sich von den anderen Parteien resigniert weitgehend abwenden. Doch von allgemeiner Politikverdrossenheit keine Spur - die Wahlbeteiligungen steigen an. Die AFD zieht nicht nur reichlich Wähler aus dem Lager der Christunionisten und der SPD ab, sondern ist auch die stärkste Mobilisierungspartei im Nicht-Wählerlager (auch im Bereich der Jung-Wähler ab 16 bis 24 Jahren).

Alle Macht geht vom Volke aus, unter Demokraten. Und zunehmend mehr Menschen im Volke verweigern keineswegs den „Befehl“, sprich die staatsbürgerliche Verantwortung in Ausübung ihres Wahlrechts, sondern sie negieren die Gefolgschaft gegenüber den langjährig etablierten Parteien. Zur Freude der Spin-Doktoren Steve Bannon und Alexander Gauland.

Schritt eines der rechtsextremen Jagdgesellschaft ist nahezu erfolgreich vollbracht – das politische System in Deutschland ist mehr als nur ins Bröckeln gebracht. Nach dem Niedergang der SPD blickt nun auch eine fast halbierte CDU / CSU hilflos auf das Lodern der Flammen an der eigens errichteten „Brandmauer“. Sich den Anfängen zu erwehren, dazu ist es längst zu spät. Doch noch ist knappe Zeit, die AFD an Schritt zwei zu hindern, bevor sie mit dieser Fanfare noch stärker ins Horn bläst: Burning down the house.